Holzwurmbek?mpfung ohne ChemieDAS PROBLEMJeder der Kulturgüter aus organischen Materialien besitzt,oder sich damit beruflich befaßt, wird früher oder später mit der biogenen Zerstörung konfrontiert. Den Schaden als solchen zu erkennen und die richtigen Maßnahmen zu treffen ist nur dann möglich, wenn man die Schädlinge und Ihre Lebensbedingungen genau kennt und mit den angemessenen Methoden der Bekämpfung vertraut ist. Hausmittel und alternative Methoden Trotz aller Aufklärung und einer 150-jährigen Holzschutzforschung kursieren immer noch Hausmittelchen und alternative Methoden, von denen dringend abzuraten ist. Beim heutigen Wissensstand wird wohl kaum noch jemand flüssige Bekämpfungsmittel anwenden. Die "Biowelle" ist auch nicht spurlos an uns vorübergegangen. Jedoch sei dringend davor gewarnt, Holzessig mit oder ohne Kräutern zu verwenden. Ebenso unwirksam ist das Verkleben der Holzwurmlöcher mit Wachs, um den Schädlingen die Luft zu nehmen. Vor der allgemeinen Anwendung von "neuen Verfahren" sei aber auch gewarnt. Mißerfolge durch falsche oder unsachgemäße Anwendungen führen oftmals dazu,diese Art der Schädlingsbekämpfung schnell wieder zu verwerfen und zur altbewärten, vermeintlich "sicheren" chemischen Keule zu greifen. DAS VERFAHREN Thermische Behandlung (Heißluft-Verfahren) Die Wirkungsweise des Heißluftverfahrens beruht auf der Gerinnung von tierischem Eiweiß. Das Heißluftverfahren ist in der Lage, Schädlinge 100%-ig sicher abzutöten. Dies geschieht ohne Gift, ausschließlich mit Wärme. Die Restfeuchte des zu behandelnden Objektes wird dabei berücksichtigt. Um eine völlige Abtötung zu sichern, muß das Objekt auf 55° C gebracht werden und bei dieser Temperatur eine Stunde gehalten werden. (DIN68800/4). Praktikabel wurde das Heißluftverfahren für temperaturempfindliche Gegenstände erst durch die Computertechnik, die während der Behandlungszeitfür einen gleichmäßigen Feuchtigkeitsausgleich sorgt. In einer Klimakammer werden Aufheizphase, Haltephase und Abkühlphase so gesteuert, daß zu jeder Temperatur die relative Luftfeuchte in Abhängigkeit zur Objektfeuchte vorhanden ist. Dies hat zur Folge:kein Quellen oder Reißen. Die Wirksamkeit ist nur dann gegeben, wenn die Temperatur den Objektkern erreicht. Um dies zu kontrollieren, kommt ein Kernmeßfühler zum Einsatz, der den Kammerlauf entsprechend steuert. Dieses Verfahren gewährleistet, da ohne Chemikalien behandelt,völlige Rückstandsfreiheit, sowie einen 100 %igen Erfolg. Damit ist ebenso garantiert, daß selbst im Holzkern befindliche Eier, Larven und Puppen keine Überlebenschancen haben. Vorbeugung und Wiederbefall Ein Verfahren um Holz vor Schädlingen dauernd immun zu machen, gibt es bis heute noch nicht. Gewissenhafte Beobachtungen und statistische Erhebungen in der Praxis des Holzschutzes werden das letzte Urteil über vorbeugende und bekämpfende Wirkung der verschiedenen Mittel und Verfahren zur Schädlingsbekämpfung zu geben haben. |
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